Hunde Verhaltenstherapie

Was ist Tierverhaltenstherapie?
Die Tierverhaltenstherapie ist ein Spezialgebiet der Tiermedizin. Sie beruht auf den wissenschaftlichen Grundlagen der Verhaltenskunde (Ethologie), der Psychologie, der Neurologie, der Physiologie, der Pharmakologie und lernbiologischen Gesetzen.
Die verhaltenstherapeutische Tätigkeit erfordert besondere fachliche Kenntnisse und Fähigkeiten, die durch eine ständige Aktualisierung des vorhandenen Wissens aufrechterhalten werden müssen.
Das harmonische Zusammenleben von Mensch und Tier kann durch verschiedene Verhaltensweisen gestört werden. Wenn Tiere im Zusammenleben mit Menschen ein für letztere störendes Verhalten zeigen, kann ein verhaltenstherapeutisch tätiger Tierarzt in vielen Fällen kompetenten Rat und Hilfe bieten.
Prophylaktisch können durch eine fachlich fundierte Beratung vor dem Kauf eines Tieres sowie Ratschläge zur Erziehung und Haltung die Entstehung von Problemverhalten vermieden werden.
Dr. med. ved. Sandra Bruns
ist vom nds. Ministerium bevollmächtigte Sachverständige zur Durchführung des Niedersächsischen Wesenstests
und in ihrer Praxis auf die VERHALTENSTHERAPIE des Hundes spezialisiert.

Wie verläuft eine Verhaltenstherapie beim Tier?
Im Rahmen einer verhaltenstherapeutischen Beratung wird zuerst die Vorgeschichte des Tieres aufgenommen sowie das augenblicklich beobachtbare Problemverhalten begutachtet. Eventuell sind weitere klinische Untersuchungen erforderlich um mögliche organische Ursachen auszuschließen.
Anhand der gesammelten Informationen wird das Verhalten beurteilt und eine Diagnose gestellt. Im Anschluss daran wird ein Therapiekonzept erstellt, das speziell auf die individuelle Situation des Besitzers und seines Tieres zugeschnitten ist.
Durch die schrittweise Erarbeitung einzelner Therapieschritte erhält dann der Tierbesitzer eine Anleitung zur Umsetzung des Therapiekonzeptes. Dafür sind regelmäßige Kontakte zum Therapeuten erforderlich, um ein der Therapiesituation angepasstes Trainingsprogramm durchzuführen.
Die Durchführung einer Verhaltenstherapie gliedert sich im Allgemeinen folgendermaßen:
- Anamnese, Befunderhebung
- Diagnose(n)
- Erstellen eines Therapiekonzeptes
- Umsetzung der Therapie in einzelnen Trainingsschritten
Eine Anmeldung zur Verhaltenstherapie / zum Einzeltrainung finden Sie unten auf dieser Seite: Anmeldung Online
Verhaltenstherapeutischer Fragebogen
PDF-Dokument [165.8 KB] / zum Download hier klicken verhaltenstherapeutischer Fragebogen Hund
Gefährliche Hunde – Wesenstest

Das niedersächsische Hundegesetz (NHundG)
Das Niedersächsische Hundegesetz sieht keine Rasselisten vor. Maßgeblich ist vielmehr das individuelle Verhalten eines Hundes, wenn es zu einem Beißvorfall gegenüber Menschen oder anderen Hunden gekommen ist.
Wird ein Beißvorfall angezeigt, prüft das zuständige Veterinäramt den Fall. Sollte der Hund dabei als „gefährlich“ eingestuft werden, sind die folgenden behördliche Auflagen zu erfüllen:
- ein bestandener Wesenstest innerhalb von drei Monaten (auf Antrag maximal sechs Monate)
- das Führen des Hundes nur angeleint und mit Maulkorb
- eine praktische Sachkundeprüfung für jede Person, die den Hund ausführt
In vielen Kommunen wird außerdem eine erhöhte Hundesteuer erhoben.
Erfüllt die Halterin/der Halter die Auflagen nicht, wird die Hundehaltung verboten und der Hund in ein Tierheim gebracht.
Auch eigentlich harmlose Auseinandersetzungen unter Hunden oder arttypisches Aggressionsverhalten von Hunden können mit einer Gefährlichkeits-Feststellung enden. Im Falle einer Anzeige sollten Sie umgehend anwaltliche Hilfe suchen.
Sollte Ihr Hund gebissen haben, suchen Sie auch ohne Anzeige schnellstmöglich fachliche Hilfe. Zum Beispiel kann eine verhaltensmedizinische Untersuchung und eine darauf folgende Verhaltenstherapie helfen, den Hund besser einschätzen und sicherer führen zu können.
Im Idealfall sollten Sie Ihren Hund immer vorausschauend und sicher führen, damit erst gar kein Biss passiert. Lieber einmal mehr beim Erzfeind anleinen oder den Hund beim Paketboten an der Tür wegsperren, als den Hund ein Leben lang dafür büßen zu lassen.
Auch der freiwillige Einsatz vom Maulkorb (z.B. in einer unübersichtlichen bztw. bedrohlichen Situation) kann nach einer guten Gewöhnung an den Maulkorb viel Ärger, Leid und nicht zuletzt Kosten ersparen.
Hier finden Sie eine Anleitung zur Maulkorb-Gewöhnung
PDF-Dokument [134.9 KB]

Wesenstest (§13 NHundG)
Im Niedersächsischen Wesenstest wird der Hund mit vielen Alltagssituationen konfrontiert, die Teil auch bedrohlichen Charakter haben. Der Test umfasst 35 definierte Testsituationen, in denen der Hund mit fremden Menschen und Hunden konfrontiert wird. Diese folgen in enger Reihenfolge aufeinander und stellen den Hund auf eine „Nervenprobe“.
Nach Anmeldung über unsere Webseite können Sie Termine für einen Wesenstest mit einer Vorlaufzeit von 1-2 Wochen mit mir vereinbaren.
Die Zeit vor dem Wesenstest sollten Sie intensiv nutzen, um Ihren Hund auf diese Prüfung richtig vorzubereiten. Ob und in welchem Umfang eine Vorbereitung nötig und sinnvoll ist, können wir in einem Verhaltensmedizinischen Beratungsgespräch feststellen.
Danach könnte ein Trainer der Hundeschule Sie und Ihren Hund im Rahmen von Einzelstunden auf den Wesenstest vorbereiten.
Der in die Ausbildung involvierte Trainer wird beim Wesenstest nicht als Testperson eingesetzt. Die Vorbereitung kann Ihnen und Ihrem Hund helfen, sowohl im Wesenstest als auch im Alltag entspannter mit Konfliktsituationen umzugehen.

Dr. med. vet. Sandra Bruns
Ich bin seit über 20 Jahren vom niedersächsischen Ministerium bevollmächtigte Sachverständige zur Durchführung des Niedersächsischen Wesenstests.
Die Testsituationen im WESENSTEST sind standardisiert und auch die GUTACHENERSTELLUNG erfolgt unter dem Gesichtspunkt einer objektiven Diagnostik incl. einer Videodokumentation.
Durch die langjährige Erfahrung können Sie darauf vertrauen, bei mir und meinem Team eine angenehme und fachlich korrekte Testsituation zu erleben. Die Situationen werden routiniert und entsprechend der Vorgaben des Gesetzes durchgeführt. Individuelle Besonderheiten der Hunde werden soweit es möglich ist im Testablauf berücksichtigt.
Da das Antreten zum Wesenstest für Hund und Halter/in eine Herausforderung ist, rate ich dazu im Vorfeld einen Beratungstermin zu vereinbaren. Dabei kann eingeschätzt werden, auf was es beim Durchlaufen des Wesenstests bei Ihrem Hund ankommt. Auch die Optionen eines vorbereitenden Trainings sind hierbei zu besprechen.
Melden Sie sich so früh wie möglich an, nachdem eine Gefährlichkeitsfeststellung vom Veterinäramt getroffen wurde, um möglichst viel Zeit zum Vorbereitungstraining nutzen zu können.
Gern können Sie nach Vereinbarung bei einem Wesenstest zuschauen, bevor Sie mit Ihrem eigenen Hund dazu antreten.
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